Verfasst von: mehrmut | Juli 31, 2017

Eine Welt – Eine Menschheit

Dies ist ein Bericht von Anna Wegscheider, welche seit Anfang Juli in Guliro ist und für den Verein Mehr Mut vor Ort an der Weiterentwicklung der Projekte arbeitet.

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Seit Anfang Juli bin ich wieder zurück in dem kleinen Bergdorf Guliro im Nordwesten von Ruanda. Hier Ankommen fühlt sich immer mehr wie ein zweites Zuhause an, da ich viele Dorfbewohner*innen kenne und vor allem die Kinder aus dem Kindergarten sehr vermisst habe. Ankommen bedeutet für mich hier auch, das Nötigste Auspacken und sofort raus zu den Projekten schauen. In den letzten drei Wochen ist einiges passiert, worüber ich in diesem Bericht kurz einen Überblick geben will:

Abagore Project

Im Abagore Project häkeln über 55 Frauen Fingerpuppen und können damit ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Als ich ankam, war gerade eine Bestellung fertig gehäkelt und ich verbrachte meine ersten beiden Tage damit, die Fingerpuppen noch einmal zu kontrollieren bevor diese nach Österreich geschickt wurden. In den weiteren Tagen arbeitete ich gemeinsam mit den Frauen an neuen Püppchen für unseren Katalog. So werden im Moment zum Beispiel Pinguine, Elche und Jaguar ausprobiert. Selbstverständlich versuchen wir auch den Organisationsprozess im Allgemeinen besser zu strukturieren. Und es gibt supergute Neuigkeiten… Schon bald werden unsere Fingerpuppen in Kigali erhältlich sein. Den Deal schließen wir hoffentlich diese Woche noch ab.

Kindergarten

Zu Beginn eines jeden Besuchs sind die ersten Kindergartentage von Begrüßungen und Umarmungen geprägt und selbstverständlich wollen die Kinder sehen, welche neuen Spiele ich mitgebracht habe. Doch nicht nur die Kinder sind neugierig, auch die Kindergärtner*innen freuen sich darauf. Dieses Mal habe ich mich für Spiele aus meiner Kindheit entschieden und Jenga und Uno mitgenommen. Außerdem habe ich eine Holzeisenbahn in den Kindergarten gebracht. Nachdem die neuen Spiele erklärt und ausprobiert wurden, geht es für mich ans beobachten und am Herausfiltern, wo Änderungen beziehungsweise Verbesserungen notwendig sind. In den letzten Wochen habe ich mich viel mit der Nahrung und dem Trinkverhalten der Kinder beschäftigt. Jeden Freitag wurde jetzt ein Suppenfreitag eingeführt. Das bedeutet, dass die Kinder am Freitag zusätzlich zu einem Brei in der Früh vor dem Heimgehen eine Suppe erhalten. Außerdem versuchte ich sehr gezielt darauf hinzuweisen, wie oft die Kinder am Tag trinken sollten!

Da sich im Kindergarten auch einige Kinder aus sehr sehr armen Familien befinden, habe ich in den letzten Wochen einige dieser Familien besucht, um mir selbst ein Bild davon zu machen und auch darüber zu sprechen, in welcher Art und Weise diese Familien unterstützt werden können.

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Laetitia und Anna besuchen eine Familie!

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Besuch einer Frau, welche versucht ihr Kind zu versorgen!

Bakery Project

Die Bäckerei besteht aktuell aus einer kleinen Baustelle, da wir den Bäckereiofen neu bauen, um effizienter produzieren zu können. Eine Herausforderung für mich, denn es ist das erste Mal, dass ich mich mit dem Bau eines Ofens beschäftige. Aber dank der Unterstützung von Manuela, welche mir Legosteinofenfotos aus Graz schickt, wird der Ofen hoffentlich funktionstüchtig.

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Wir bauen einen neuen Backofen!!

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Der Ofen nimmt Formen an! Mit aller Kraft geht es voran!

Chicken Project

Beim Hühnerprojekt sind wir gerade etwas am Umgestalten, sowohl personell als auch strukturell. Gestern haben die Projektmitarbeiter einen erfolgreichen Hühnerfarmer aus dem Nachbardorf besucht, der ihnen Tipps und Tricks gezeigt hat. Deshalb diskutieren wir im Moment darüber, wie wir in diesem Projekt weiter arbeiten.

Social Support of poor families in Guliro

Der Verein Mehr Mut unterstützt gezielt Familien in Guliro, welche aus den unterschiedlichsten Gründen in Not geraten sind. Es werden Kleinkredite vergeben, Lebensmittelspenden verteilt und auch Jobs vergeben. In den letzten Wochen haben wir jeden Tag für sechs Kinder aus einer Familie gesorgt, wo der Vater im Krankenhaus liegt und die Mutter den Mann pflegt und die Kinder somit alleine zuhause sind. Dies ist eine akute Hilfe, welche durch den Verein Mehr Mut gewährleistet werden kann.

English Classes

Alle Projektmitarbeiter*innen dürfen jeden Tag an einer Englischstunde teilnehmen. Diese Lernstunden dienen dazu, sich selbst weiterzuentwickeln, den Horizont zu erweitern und auch sich in der Projektstruktur mit den österreichischen Unterstützer*innen besser verständigen zu können. Zwei engagierte Mitarbeiter*innen leiten diese Englischstunden und werden im Moment von mir unterstützt mit Ideen und bei der Aussprache. Heute haben wir über Gefühle gesprochen und welche Situationen bei ihnen Gefühle auslösen. Ich nehme auch immer die englischsprachige ruandische Zeitung mit und wir versuchen Teile davon zu lesen und zu verstehen.

„World Café“ der Zukunft

Ein neues Projekt wurde heute in die Wege geleitet, denn wir haben eine wunderschöne Fotowand mit vielen österreichischen Unterstützer*innen gestaltet und auch mit all unseren Projekten. In Zukunft soll dies ein Raum der Begegnung werden, wo Tee und Kuchen und Getränke verkauft werden. Unser Wunsch wäre, dass sich hin und wieder ein paar neugierige Tourist*innen in das wunderschöne Bergdorf Guliro verirren und sich hier entspannen können. Aber wie gesagt… ein Projekt der Zukunft.

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Ein Café für die Zukunft!

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Die Zukunft…

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Ein gemeinsames Mittagessen!

Liebe Leser*innen, ich hoffe ihr seht, dass es mir hier nicht langweilig wird und ich versuche euch bald wieder einen Bericht zu schicken. Bei Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung!

 

Eure Anna

 

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